Stehen die Gläubigen noch unter
dem Gesetz?
Hier einige Fragen an all jene,
die das Gesetz zur Lebensregel des Gläubigen machen und ihn so wieder unter die
Knechtschaft des Gesetzes bringen.
Wie
kann das Gesetz die Lebensregel des Gläubigen sein, wenn es doch den „Dienst
des Todes“ hat (2Kor 3,6-9)? Wie kann es sein,
dass der Gläubige heute immer noch unter dem Gesetz als verbindliche
Lebensregel steht, wenn das Gesetz doch „weggetan“
(2Kor 3,11.13; Eph 2,15) und „aufgehoben“ (Hebr 7,18-19; 10,9) worden ist
(siehe auch Hebr 8,6-13)?
Verbreitet
die Lehre, dass der Gläubige nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der
Gnade stehe, wirklich Gesetzlosigkeit und Antinomismus? Beschreibt der
Apostel Paulus die Gnade in ihren Auswirkungen nicht ganz anders? „Denn die
Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt
uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden
verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen
Weltzeit“ (Tit 2,11-12). Warf man nicht auch Paulus, dem grossen Verfechter der
Gnadenlehre, fälschlicherweise vor, seine Lehre verbreite Gesetzlosigkeit?
Siehe zum Beispiel Römer 6,14-15.
Wie
können Sie den Gläubigen als noch unter dem Gesetz stehend sehen, wenn das neue
Testament an mindestens vier Stellen ganz klar lehrt, dass der Gläubige nicht
mehr unter Gesetz ist? Siehe Römer 6,14; Römer 6,15; Galater 5,18 und 1.
Korinther 9,20. Wie kann das Gesetz die Lebensregel des Gläubigen sein, wenn
das Gesetz doch „die Kraft der Sünde“ ist (1Kor 15,56)? Wie kann der Gläubige
unter dem Gesetz als Lebensregel stehen, wenn er dem Gesetz gestorben und vom
Gesetz befreit und losgebunden worden ist (Röm 7,1-6)?
Warum
schrieb Paulus das Gelingen seines Heiligungslebens der Gnade Gottes zu und
nicht dem Gesetz (1Kor 15,10)? Warum sagte er: „Was
ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes“
(Gal 2,20) und nicht: „...das lebe ich durch die Zehn Gebote“?
Warum
sollten wir vom Gesetz Heiligung erwarten, wenn es uns noch nicht einmal
rechtfertigen kann? Wenn wir durch die „Verkündigung vom Glauben“ errettet
worden sind und nicht durch die Werke des Gesetzes, sollte dann nicht auch das
Wachstum im christlichen Leben durch den Glauben geschehen (Gal 3,2-3)? Warum
sollten wir Golgatha verlassen und uns für die Heiligung zum Sinai wenden,
nachdem wir doch auf Golgatha die Erlösung erfahren durften?
[Auszug aus der Broschüre „What is
the Believer's Rule of Life“ von George Zeller]
Der
ungekürzte englische Text kann auf www.middletownbiblechurch.org/doctrine/rulelife.htm
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Patrick
Tschui
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