Die Genfer Studienbibel

 

 

Eine Analyse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

George Zeller

 

 

 

 

 

 

 

 

Originaltitel: The Reformation Study Bible – An Analysis

Deutsche †bersetzung: Christa Berger

 

© 2000/2004, George Zeller, The Middletown Bible Church, 349 East Street, Middletown CT 06457, USA

 

 

 

 

 

Die in dieser BroschŸre erwŠhnten BŸcher und TontrŠger sind erhŠltlich bei:

 

CLKV (Christliche Literatur- und Kassettenvermittlung)
Sanddornweg 1
CH-3613 Steffisburg
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Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von P. Tschui.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

EinfŸhrung....................................................................................................................................................... 5

Wiedergeburt von Kleinkindern........................................................................................................................ 6

Taufe................................................................................................................................................................ 7

Kindertaufe....................................................................................................................................................... 7

Das Kšnigreich................................................................................................................................................. 8

Die Abfassungszeit der Offenbarung und zeitgeschichtliche Auslegung............................................................ 8

Der GlŠubige und das Gesetz............................................................................................................................. 9

Die Schšpfungstage.......................................................................................................................................... 9

Der Sabbat und der ãTag des HerrnÒ............................................................................................................... 10

Die Gemeinde................................................................................................................................................. 10

Stellvertretendes Halten des Gesetzes............................................................................................................... 11

Bundestheologie.............................................................................................................................................. 11

Geht die Wiedergeburt dem Glauben voraus?.................................................................................................. 12

Ist die ãGabe GottesÒ in Epheser 2,8 der Glaube?............................................................................................ 12

Begrenzte SŸhne............................................................................................................................................. 12

Verwerfung..................................................................................................................................................... 13

UnfŠhigkeit..................................................................................................................................................... 14

Sprachenreden und Prophetie.......................................................................................................................... 14

Praktische Heiligung....................................................................................................................................... 14

Das Kšnigreich............................................................................................................................................... 14

Die EntrŸckung............................................................................................................................................... 15

Das Zweite Kommen des Herrn....................................................................................................................... 15

Das Endgericht................................................................................................................................................ 15

Allgemeine Auferstehung................................................................................................................................ 16

Das TausendjŠhrige Reich............................................................................................................................... 17

Der Hesekiel-Tempel....................................................................................................................................... 17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EinfŸhrung

Die Genfer Studienbibel ist 1999 erschienen. Im Alten Testament liegt ihr die SchlachterŸbersetzung von 1951 zugrunde, im Neuen Testament die Schlachter Version 2000. Das Ziel des Werkes sei, ãdie Heilige Schrift ins Licht der Reformation zu stellenÒ [1]. Hauptherausgeber ist R.C. Sproul von Ligonier Ministries, ein Ÿberzeugter Antidispensationalist. Zu den Mitherausgebern gehšren James Boice, Edmund Clowney, Roger Nicole, J.I. Packer und Bruce Waltke. Es ist interessant, dass auch Allan MacRae BeitrŠge geschrieben hat. Allan MacRae hatte vor Jahren bei der Revision der Scofield Studienbibel unter der Leitung von E. Schuyler-English mitgewirkt.

Hier einige Zitate vom Umschlagtext der englischen Neuauflage unter dem Titel ãThe Reformation Study BibleÒ (RSB): ãDie RSB stellt dem modernen Christen erneut die Wahrheiten der Reformation vor – die GrundzŸge der Reformatorischen Theologie in KŸrze É Theologische Kurzartikel geben Einsicht in die Reformatorische Theologie É Die RSB bietet wirksame Hilfen zu einem reformatorischen SchriftverstŠndnis. Sie ist die Antwort auf den Ruf nach einer konservativen, ausgewogenen Studienbibel, die das christliche Gedankengut bis auf die Reformation zurŸckverfolgt.Ò In der EinfŸhrung zur deutschen Ausgabe schreibt R.C. Sproul: ãDie Genfer Studienbibel enthŠlt in den Anmerkungen und in den theologischen Kurzartikeln die von der Reformation entdeckte Wahrheit in einer Ausdrucksweise, die unserer Zeit gemŠss ist. Die Herausgeber und Bearbeiter dieser Bibelausgabe verfolgen damit die Absicht, das Licht der Reformation auf frische Art und Weise vorzulegen.Ò In den theologischen Kurzartikeln dieser Studienbibel wird auch oft das Bekenntnis von Westminster zitiert. Siehe dazu die auf Englisch erhŠltliche Analyse des Westminster Bekenntnisses.

Die reformatorischen Theologen haben schon lange erkannt, welchen Einfluss die Scofield Studienbibel seit ihrer Herausgabe im Jahr 1917 auf ihr Umfeld ausŸbt. Unter enormem Aufwand haben sie sich daher darangemacht, ihre eigene Studienbibel herauszugegeben. Es sollte eine Studienbibel sein, die ihre besonderen Lehren wiedergeben und verbreiten wŸrde. Das Ergebnis ist die Genfer Studienbibel.

Gleich zu Beginn mšchte ich jedoch noch festhalten, dass diese Studienbibel in ihren Anmerkungen herkšmmliches christliches Gedankengut vertritt und ich zum meisten von Herzen ãAmenÒ sagen kann. Die Verfasser der Anmerkungen und Kurzartikel sind anerkannte Bibellehrer, die die Schrift in Ehren halten und die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Heiligen Schriften einer breiteren Schicht zugŠnglich zu machen.

Diese Analyse konzentriert sich auf die Bereiche, in denen ich nicht mit den Verfassern einverstanden bin. Im Allgemeinen betrifft dies die Unterschiede zwischen der Bundestheologie/Reformatorischen Theologie und dem Dispensationalismus. FŸr vertiefte Studien siehe die auf der letzten Seite angegebene Homepage.

Wiedergeburt von Kleinkindern

Im Artikel Ÿber die Wiedergeburt (S. 1704) findet sich die alarmierende Aussage: ãKleine Kinder kšnnen auch wiedergeboren sein, obwohl der Glaube, den sie leben, nicht so sichtbar ist wie der von Erwachsenen.Ò Ich bat den Hauptherausgeber R.C. Sproul in einem Schreiben um nŠhere ErlŠuterung dieser Aussage. Daraufhin antwortete mir sein Assistent, V.A. Voorhis (06.01.2000). V.A. Voorhis schrieb unter anderem:

Wenn die Genfer Studienbibel im Artikel zu Johannes 3 von der ãNeugeburt kleiner KinderÒ spricht, so ist damit das Werk der Erweckung angesprochen, das Gott wirkt. Es besteht darin, dass der menschliche Wille Gott zugewendet wird. Im Protestantismus geht dem Glauben immer die Wiedergeburt voraus und wenn Gott jemand belebt, wird er ganz bestimmt kommenÉ In vielen FŠllen scheint die Wiedergeburt und der daraus folgende Glaube gleichzeitig aufzutreten, aber logischerweise muss die Wiedergeburt dem Glauben vorausgehen. Der Glaube einer im SŠuglingsalter wiedergeborenen Person zeigt sich unter UmstŠnden erst Jahre nachdem Gott durch seinen Heiligen Geist in ihm oder ihr gewirkt hat. Biblische Beispiele wiedergeborener SŠuglinge finden wir in Psalm 22,9-10 und Lukas 1,15. (Hervorhebung durch den Autor).

Nach dieser Lehre kann ein Kind also als SŠugling wiedergeboren oder erweckt werden, aber erst Jahre spŠter zum Glauben an Jesus Christus finden. Das mag die Lehre der Reformatoren gewesen sein – oder auch nicht – aber es ist bestimmt nicht die Lehre der Heiligen Schrift. Siehe dazu auch die Studie: ãGeht die Wiedergeburt dem Glauben voraus?Ò

Taufe

Die Verfasser der Studienbibel lehren, dass die Taufe dem alttestamentlichen Beschneidungsritus entspreche und dass sie ein Zeichen des Gnadenbundes sei (S. 1574). ãIm NT kann keine prŠzise Regel gefunden werden, wie die Taufe durchzufŸhren sei. Der Taufbefehl kann durch Untertauchen, kurzes Eintauchen oder Besprengen erfŸllt werden; alle drei Arten entsprechen der Bedeutung des griechischen Wortes baptizo ...Ò (S. 1841). (Hinweis: das Wort baptizo bedeutet ãvollstŠndig eintauchen, untertauchenÒ. Es bedeutet nicht, etwas zu besprengen. Ausserdem: Wie kann Besprengen oder kurzes Eintauchen ein BegrŠbnis hinreichend symbolisieren? Siehe Ršmer 6,4. Bei einem BegrŠbnis werden auch nicht nur ein paar HŠnde voll Erde auf den Toten gesprengt!) ãDer Eingangsritus in die Gemeinde des neuen Bundes ist die TaufeÒ (Anm. zu 1. Mose 17,12). ãTaufe und Herrenmahl, die den alten Bundesritualen der Beschneidung und des Passah entsprechen und an ihre Stelle getreten sind, sind BundesritenÒ (S. 36). ãTaufe ... und Herrenmahl ... treten an die Stelle der BeschneidungÒ (S. 705). Da die Reformatorische Theologie es versŠumt, Israel und die Gemeinde klar voneinander zu unterscheiden, verbindet sie die Beschneidung, die an SŠuglingen vollzogen wurde, fŠlschlicherweise mit der neutestamentlichen Taufe. Dies fŸhrt zu der irrigen Lehre der Kindertaufe. Mehr dazu im nŠchsten Abschnitt.

Kindertaufe

Die Genfer Studienbibel unterstŸtzt die Praxis der Kindertaufe. In der Anmerkung zu 1. Mose 17,12 steht: ãGott setzte dieses Zeichen [die Beschneidung] fŸr SŠuglinge ein, damit deutlich wird, dass die Kinder glŠubiger Eltern ãheiligÒ sind (d.h. sie werden von der profanen Welt getrennt und gehšren der Gemeinde des Bundes an). Gott lŠsst die Familie als Institution weiterhin bestehen. Der Eingangsritus in die Gemeinde des neuen Bundes ist die Taufe.Ò ãDie beim Bund gegebenen Verheissungen galten fŸr alle, die zu einer Familie in Israel gehšrtenÒ (Anm. zu 1. Mose 17,13).

Die englische Version der Genfer Studienbibel gibt an dieser Stelle das Gedankengut der Reformatorischen Theologie noch bedeutend klarer wieder: ãDie Praxis der Kindertaufe war in den meisten Kirchen von je her Ÿblich ...  Die herkšmmliche Reformatorische Theologie bekŠmpft die Ansicht, dass die Grosstaufe die einzig richtige Taufe sei, und verwirft den Ausschluss der Kinder glŠubiger Eltern aus der sichtbaren Glaubensgemeinschaft ... Die Praxis der Kindertaufe wird uns im neuen Testament weder verordnet noch verboten. ... Die biblische BegrŸndung fŸr die Praxis der Kindertaufe ruht auf der Parallele zwischen der alttestamentlichen Beschneidung und der neutestamentlichen Taufe als Zeichen und Siegel des Gnadenbundes. ... Kinder glŠubiger Eltern haben den Status von Angehšrigen des Bundesvolkes und sollten von da her getauft werden, wie zuvor auch die jŸdischen mŠnnlichen SŠuglinge beschnitten worden sind. Das alttestamentliche Vorbild verlangt es.Ò

Es wird auch argumentiert, dass bei den ãHaushaltstaufenÒ wahrscheinlich die Kinder mit eingeschlossen gewesen seien (vgl. S. 1786 + 1797). Dem steht Apostelgeschichte 16,31-34 entgegen. Denn dort wird uns gesagt, dass das ganze Haus des Kerkermeisters an Gott glaubte (V. 34), woran deutlich wird, dass es sich nicht um Kleinkinder gehandelt haben kann. Eine sorgfŠltige Studie der Apostelgeschichte zeigt, dass die Taufe im Wasser nur an Glaubenden vollzogen wurde.

Das Kšnigreich

Bibelstellen, die das Kšnigreich als frei von der Bedrohung durch wilde Tiere beschreiben, sollten ãbildhaftÒ aufgefasst werden. Sie sprŠchen von dem Frieden und der Sicherheit und der ãversšhnenden LiebeÒ im gegenwŠrtigen Kirchenzeitalter vom ersten Kommen des Herrn bis zu seiner Wiederkunft (dazu die Anm. zu Jes 11,6-9 und Hos 2,20). Hinweis: Zu 1. Mose 1,29-30 sagt die Genfer Studienbibel: ãDie ErnŠhrung von Mensch und Tier war ursprŸnglich vegetarisch.Ò Warum wird 1. Mose 1 wšrtlich ausgelegt, Jesaja 11 hingegen bildhaft verstanden? Siehe dazu die englische Studie: ãDo I Interpret the Bible Literally? Seven Tests To See Whether I do.Ò

Die Abfassungszeit der Offenbarung und zeitgeschichtliche Auslegung

Wann ist das Buch der Offenbarung geschrieben worden? ãDie meisten Gelehrten treten fŸr eine Abfassungszeit um 95 n.Chr. einÒ (S. 2124). Wenn das wahr ist, ist die Behauptung widersinnig, dass sich die Dinge, die in diesem Buch vorausgesagt werden, im Jahr 70 n.Chr. erfŸllt hŠtten. Doch das ist die Auslegung vieler Nichtdispensationalisten, besonders postmillenialer Rekonstruktionisten[2] und anderer PrŠteristen.

Der GlŠubige und das Gesetz

ãChristen sind vom Gesetz als einem Heilsweg befreit wordenÒ (S. 1944). ãDer Christ ist frei vom Gesetz als Weg zur Rettung, zum Heil, ... doch er steht âin dem Gesetz ChristiÔ als LebensregelÒ (S. 316). Diese Lehre, nach der wir zwar das Gesetz nicht halten mŸssen, um gerechtfertigt zu werden, die aber besagt, dass wir dem Gesetz im Hinblick auf unsere Heiligung dennoch unterworfen sind, ist charakteristisch fŸr die Reformatorische Theologie. Siehe dazu die englische BroschŸre: ãWhat Is The BelieverÔs Rule of Life?Ò Auf Deutsch empfehlen wir den Vortrag ã Gesetz oder Gnade?Ò von Roger Liebi, erhŠltlich im CLKV, siehe vorne.

Die Schšpfungstage

In der Genfer Studienbibel werden vier verschiedene Interpretationen der Schšpfungstage nebeneinandergestellt, ohne dass klar aus dem Text hervorgeht, welche als die richtige anzusehen sei. In der Anmerkung zu 1. Mose 1,5 steht: ãEinige verstehen diese âTageÔ der Schšpfungswoche wšrtlich als aufeinanderfolgende 24-Stunden-Tage. Diese Auslegung hat die Auffassung zur Folge, dass die Erde relativ âjungÔ sei (ca. 10Ô000 oder weniger Jahre alt). Andere Ausleger stellen fest, dass sich das hebr. Wort fŸr âTagÔ (jom) auch auf Zeitperioden beziehen kann (z.B. in 2,4), und sie haben die âTag-AlterÔ-Theorie vorgeschlagen, nŠmlich dass die Schšpfungs-ÔTageÔ ausgedehnte Zeitalter oder -epochen darstellen. Wieder andere Ausleger schlagen vor, dass zwar 24-Stunden-Tage gemeint seien, dass aber zwischen diesen Tagen ausgedehnte Zeitperioden eingefŸgt gewesen seien. Schliesslich gibt es noch diejenigen Ausleger, die meinen, dass durch die âTageÔ der Schšpfung ein literarisches âGerŸstÔ errichtet werde (vgl. Anm. zu V. 3-31), das zeigen soll, dass einzig Gott der Schšpfer eines geordneten Universums sei, das die Menschen als Ebenbild Gottes des Schšpfers dazu auffordern soll, in ihrer eigenen Arbeitsweise Gottes SchšpfungstŠtigkeit zu bedenken (Kap. 2,2; 2. Mose 31,17). Diese âGerŸstÔ-Hypothese versteht die Schšpfungstage als Gottes gnŠdige Anpassung an die Grenzen des menschlichen Wissens. Das sei also ein Ausdruck dafŸr, dass die unendliche, unfassbare Arbeit des Schšpfers in Begriffen ausgedrŸckt wird, die die endlichen und vergŠnglichen Menschen verstehen kšnnen. Diese Gruppe von Auslegern beobachtet, dass das Universum aussieht, als sei es sehr alt, und dass der Ausdruck âAbend und MorgenÔ nicht in die âTag-AlterÔ-Theorie passt, dass aber auch aus dem Text nicht hervorgeht, dass zwischen die einzelnen, isolierten 24-Stunden-Tage lŠngere Zeitalter eingeschoben seien.Ò

Beim Lesen erhŠlt man den Eindruck, dass die Herausgeber die âGerŸstÔ-Hypothese bevorzugen, die anderen Interpretationen aber daneben stehen lassen. Wollen sie damit sagen, dass das, was Gott in 1. Mose 1 hat aufschreiben lassen, eigentlich falsch sei, aber dass er es so habe schreiben mŸssen, damit wir Menschen es verstehen kšnnen? Ich mšchte an dieser Stelle festhalten, dass die Scofield Bibel die LŸckentheorie in ihren Anmerkungen zwar unterstŸtzt, dass aber die meisten Dispensationalisten diese inzwischen verwerfen. Sie glauben heute Ÿberwiegend an eine relativ junge Schšpfung, die innerhalb von sechs wšrtlich verstandenen Tagen vollendet wurde. Siehe dazu die englischen Studien: ãThe Day-Age TheoryÒ und ãThe Gap TheoryÒ.

Der Sabbat und der ãTag des HerrnÒ

ãDurch den neuen Bund ist der Sabbat erneuert worden, wobei dieser Tag von der letzten an die erste Stelle der Woche tritt. Die Apostel und die ersten Christen feierten ihren Gottesdienst am ersten Tag der Woche und betrachteten ihn als den christlichen SabbatÒ (S. 704/705). Wo wird uns in der Bibel denn gesagt, dass der Sabbat vom letzten Wochentag auf den ersten Wochentag verlegt worden ist? Warum wusste Paulus nichts von dieser €nderung? Er bezog sich ja weiterhin auf den letzten Tag der Woche, wenn er vom Sabbat sprach (Apg 13,27). Warum wusste Lukas nichts von dieser €nderung? Auch er bezog sich  weiterhin auf den letzten Tag der Woche, wenn er vom Sabbat sprach (Apg 13,14; 13,42; 16,13; 17,2; 18,4). Siehe dazu unsere Studie: ãThe Sabbath And The LordÔs DayÒ.

Die Gemeinde

ãSie (die Gemeinde) steht in KontinuitŠt mit Israel ... Diejenigen, die an Christus glauben, sind der Same Abrahams und das Volk GottesÒ (S. 1953). Der Ausdruck ãIsrael GottesÒ schliesse beides, ãHeiden und JudenÒ, ein (Anm. zu Gal 6,16). Doch in der gleichen Anmerkung wird folgende EinschrŠnkung gemacht: ã ... der Ausdruck kšnnte sich aber auch auf die AuserwŠhlten des jŸdischen Volkes beziehen, um deren Heil Paulus tief besorgt warÒ (S. 1946).

In der englischen Version steht in der Anmerkung zu Ršmer 11,26 zudem, dass das geistliche Israel aus ãallen ErwŠhlten, sowohl aus den Juden als auch aus den HeidenÒ zusammengesetzt sein soll.

Im Kurzartikel auf Seite 1673 wird ãGottes IsraelÒ [oder: das Israel Gottes] mit dem ãSamen AbrahamsÒ und ãder Gemeinschaft all derer, die an Jesus Christus glaubenÒ gleichgesetzt (d.h. mit der Gemeinde).

Eine sorgfŠltige Studie des Ausdrucks ãIsraelÒ im neuen Testament zeigt, dass dieser Ausdruck immer entweder fŸr das gesamte jŸdische Volk oder fŸr den glŠubigen †berrest gebraucht wird. ãIsraelÒ bezeichnet jedoch nie die Gemeinde oder gar die GlŠubigen aus den Heiden. Galater 6,16 bezieht sich auf das Israel, das zu Gott gehšrt, d.h. auf die erretten Juden.

Stellvertretendes Halten des Gesetzes

In der Anmerkung zu Ršmer 3,24 wird gelehrt, dass sich unsere Rechtfertigung nicht nur auf Jesu Sterben am Kreuz grŸndet, wo er das Gerichtsurteil Gottes fŸr uns trug, sondern auch auf ãden lebenslangen Gehorsam Christi, in dem er die Vorschriften des Gesetzes Gottes fŸr uns erfŸllteÒ. ãBei seinem aktiven Gehorsam erfŸllte Christus die positiven Gebote Gottes fŸr sein Volk. Diese positive Gerechtigkeit wird durch den Glauben auf die GlŠubigen ŸbertragenÒ (S. 1711; siehe auch Kurzartikel S. 1770). Die Idee des ãStellvertretenden Haltens des GesetzesÒ stimmt nicht mit der Lehre der neutestamentlichen Briefe Ÿberein. Zur Diskussion dieses Punktes empfehle ich William Newells Kommentar zum Ršmerbrief (S. 190-193). Es geht hier um einen wichtigen Lehrpunkt, der von vielen GlŠubigen verkannt wird. Siehe dazu die englische Studie ãVicarious Law-Keeping (ChristÔs Active Righteousness)Ò.

Bundestheologie

Die Bundestheologie wird in der Studienbibel auf Seite 36 und 704/705 ausfŸhrlich erklŠrt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht hier der sogenannte ãGnadenbundÒ. Doch wo finden wir diesen Bund in der Bibel? Ich versuchte es mit einer elektronischen Suche in meinem Bibelprogramm. Doch der Suchbegriff ãGnadenbundÒ fŸhrte zu keinem Ergebnis. Dann suchte ich nach dem Ausdruck ãBund der WerkeÒ, aber auch dieser Begriff wurde nicht gefunden. Dass die Gnade Gottes in einigen der wichtigsten BŸndnissen der Bibel, wie zum Beispiel dem Bund Gottes mit Noah, Abraham und David, aber auch im neuen Bund, eine zentrale Rolle spielt, wird von keinem Dispensationalisten angezweifelt. Doch warum muss man auf gewisse BŸndnisse, die in der Bibel nicht einmal erwŠhnt werden, ganze Theologische Systeme aufbauen? Auf Deutsch empfehlen wir zu dieser Frage das Buch ãDie biblische Lehre von den HeilszeitenÒ von Ernst G. Maier, erhŠltlich im CLKV, siehe vorne.

Geht die Wiedergeburt dem Glauben voraus?

ã... die Frucht dieser Erneuerung ist der Glaube. Die Erneuerung geht dem Glauben voranÒ (S. 1704). ãWenn ein SŸnder einmal erneuert worden ist und sein Wille dazu befreit wurde, Gott und das Gute zu wŠhlen, dann wendet er sich von seinem frŸheren Lebensstil abÒ (S. 2003). Das ist eine beunruhigende Lehre, da sie besagt, dass man Leben haben muss, um glauben zu kšnnen. Die Bibel sagt uns, dass man glauben muss, um das Leben zu erhalten (Joh 20,31; 3,16; 1,12; etc.). Es ist daher absurd zu lehren, dass man gerettet (wiedergeboren) sein muss, um glauben zu kšnnen. Siehe dazu die Studie: ãGeht die Wiedergeburt dem Glauben voraus?Ò

Ist die ãGabe GottesÒ in Epheser 2,8 der Glaube?

Nach der Genfer Studienbibel schon. Siehe Anmerkung zu Epheser 2,8. Hier ist es wichtig, zwischen dem Geschenk und dem Empfang des Geschenkes zu unterscheiden. Der Glaube ist die Hand, mit der unser Herz das wunderbare, gnŠdige Geschenk der Errettung von Gott entgegennimmt. Siehe dazu die englische BroschŸre: ãWhat is The Gift of God in Ephesians 2,8?Ò.

Begrenzte SŸhne

Die Herausgeber der Genfer Studienbibel verneinen, dass Jesus Christus die Strafe fŸr die SŸnden der ganzen Menschheit getragen hat. Sie lehren die begrenzte SŸhne [von den Calvinisten lieber ãwirksame SŸhneÒ genannt], nach der ãdas Opfer (am Kreuz) ... nur fŸr die ErwŠhlten geschiehtÒ (S. 1726). Sie glauben, dass der stellvertretende Tod am Kreuz nicht fŸr alle gelte, sondern nur fŸr die ErwŠhlten (Anm. zu 2. Petr 2,1).

Unter dem Ausdruck ãalle MenschenÒ in 1. Timotheus 2,1.4.6 werden daher ãalle Arten von MenschenÒ verstanden. Gottes Auswahl sei ãunabhŠngig vom gesellschaftlichen StatusÒ (S. 2010). Der Ausdruck ãWeltÒ in Johannes 3,16 bedeutet fŸr sie soviel wie ãdie ErwŠhlten auf der ganzen WeltÒ (Anm. zu Joh 3,16). FŸr eine eingehende Behandlung dieses Themas siehe die englische Studie: ãFor Whom did Christ Die?Ò

Verwerfung

Die Genfer Studienbibel lehrt auch die Verwerfung: ãVerwerfung ist die Bezeichnung fŸr Gottes ewige Entscheidung im Blick auf die SŸnder, die er nicht zum Leben erwŠhlt hat. Indem er sie nicht zum Leben erwŠhlt hat, hat Gott sich entschlossen, sie nicht zu verŠndernÒ und ãVerwerfung wird in der Bibel bezeugt.Ò (S. 1852). Dazu der treffende Kommentar von C.H. Mackintosh:

ãEs ist bemerkenswert, wie die Heilige Schrift der anstšssigen Lehre der Verwerfung vorbeugt. Schauen wir uns zum Beispiel einmal MatthŠus 25,34 an. Hier sagt der Kšnig, sich an die Schafe zu seiner Rechten wendend: ãKommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!Ò Zu denen zu seiner Linken sagt er jedoch nur (V. 41): ãGeht hinweg von mir, ihr Verfluchten (und nicht, ãihr Verfluchten meines VatersÒ), in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist (nicht, ãdas euch bereitet istÒ).Ò €hnliches finden wir in Ršmer 9. Von den ãGefŠssen des ZornsÒ heisst es, dass sie ãzum Verderben zugerichtetÒ seien – aber gewiss nicht von Gott zum Zorn zugerichtet, sondern von sich selbst. Im Gegensatz dazu heisst es von den ãGefŠssen der BarmherzigkeitÒ, dass es die seien, die ãer (Gott) zuvor zur Herrlichkeit bereitetÒ habe. WŠhrend die wunderbare Wahrheit der ErwŠhlung klar verkŸndigt wird, wacht der Heilige Geist eifrig darŸber, dass die anstšssige Irrlehre der Verwerfung keine UnterstŸtzung findet.
(Aus ãThe Mackintosh TreasuryÒ, Anm. S. 606)

Dasselbe gilt auch fŸr das zweite Kapitel des 2. Thessalonicherbriefes. Im 13. Vers wird uns die ErwŠhlung vorgestellt, aber auch dort steht nicht: ãdass Gott einige von Anfang an zur Verdammnis bestimmt hatÒ. Nein, der Grund, warum Menschen verloren gehen, wird in den Versen 10-12 ganz klar genannt (Sie gehen verloren, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben und der Wahrheit nicht geglaubt haben, durch die sie hŠtten gerettet werden kšnnen). Kurz: Diejenigen, die in den Himmel kommen, haben das allein Gott zu verdanken; diejenigen, die in die Hšlle kommen, sind selber dafŸr verantwortlich.

UnfŠhigkeit

ãVšllige Verderbtheit beinhaltet auch die všllige UnfŠhigkeit, an Gott oder an sein Wort zu glauben.Ò (S. 809). Angesichts dieser Aussage hat Paulus dem Kerkermeister in Apostelgeschichte 16,31 wohl die falsche Antwort gegeben. Er hŠtte wahrscheinlich sagen sollen: ãDu kannst nichts tun, um gerettet zu werden. Du bist absolut unfŠhig auch nur das Geringste zu tun. Du bist tot und daher ganz und gar unfŠhig an Gott oder sein Wort zu glauben.Ò Dabei rŸhrt die UnfŠhigkeit des Menschen, an Gott zu glauben, daher, dass er sich in seinem Starrsinn und seiner SŸndhaftigkeit weigert, zu Christus zu kommen (Joh 5,40).

Sprachenreden und Prophetie

Die Anmerkung zu 1. Korinther 13,8 ist problematisch, da sie zum Ausdruck bringt, dass das Sprachenreden und die Prophetie, ãbis ans Ende der WeltzeitÒ (d.h. bis zum zweiten Kommen des Herrn) als Gaben weiterbestehen sollen. Wenn diese Auslegung stimmt, hat das Sprachenreden noch nicht aufgehšrt und ist nach wie vor in der Gemeinde wirksam, wie das die Pfingstgemeinden und charismatischen Gemeinden lehren. Dazu empfehlen wir das Buch ã Die Charismatische Bewegung im Licht der BibelÒ von Rudolf EbertshŠuser, erhŠltlich im CLKV, siehe vorne.

Praktische Heiligung

Auf Seite 1878 findet sich ein ausfŸhrlicher Artikel Ÿber Heiligung. In diesem Artikel wird aber weder die Heiligung des GlŠubigen seiner Stellung nach erwŠhnt, noch die Tatsache, dass der GlŠubige der SŸnde gestorben ist. Doch gemŠss Ršmer 6 sind gerade diese Wahrheiten fŸr die Heiligung von fundamentaler Bedeutung. Die selben Auslassungen finden sich auch im Westminster Glaubensbekenntnis im Abschnitt Ÿber Heiligung. Siehe dazu die englischen BroschŸren: ãWhat Is The BelieverÔs Rule Of Life?Ò und ãJay AdamsÔ Teaching On SanctificationÒ.

Das Kšnigreich

ãDas goldene Segenszeitalter ist eine €ra der Rettung von SŸnde und der Gemeinschaft mit Gott, die zu einem kŸnftigen Zustand všlliger Freude in einem neu erschaffenen Universum fŸhrt. Das Reich Gottes ist in seinen AnfŠngen gegenwŠrtig, aber noch zukŸnftig in seiner FŸlle – in gewissem Sinn bereits hier, aber in seinem vollsten Sinn noch zukŸnftig.Ò (S. 1673). Das klingt nach der ãbereits/noch nichtÒ-Sprache der progressiven Dispensationalisten. Siehe dazu die englische Studie zum progressiven Dispensationalismus.

Die EntrŸckung

ãDie Ansicht, die Christen wŸrden fŸr eine gewisse Zeit aus dieser Welt genommen, nach der dann Christus noch ein drittes Mal zum ãZweiten KommenÒ erscheinen werde, ist zwar weit verbreitet, wird aber nicht von der HS gestŸtztÒ (S. 1996). Die Herausgeber der Studienbibel glauben, dass die EntrŸckung und das Zweite Kommen des Herrn ein und dasselbe Ereignis sind und dass sie mit der universalen Auferstehung und dem universalen Endgericht zusammenfallen. Das alles soll unmittelbar vor dem Beginn des ewigen Zustandes stattfinden. Siehe die englische BroschŸre ãThe RaptureÒ. Dazu empfehlen wir das Skript von Roger Liebi ãDie EntrŸckung der GemeindeÒ.

Das Zweite Kommen des Herrn

Die Genfer Studienbibel lehrt, dass die EntrŸckung und das Zweite Kommen des Herrn ein und dasselbe sind und nicht zwei Ereignisse, die durch einen Zeitraum von sieben Jahren voneinander getrennt sind (S. 1996). Hinweis: Die alttestamentlichen GlŠubigen erwarteten nur ein Kommen des Messias. Doch wir wissen nun, dass es zwei Kommen des Messias gibt, getrennt durch einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren. Ebenso scheint auch das Zweite Kommen des Herrn zunŠchst ein einmaliges Ereignis zu sein. Doch bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass das Zweite Kommen aus zwei Phasen besteht, die durch einen Zeitraum von sieben Jahren voneinander getrennt sind (Daniels siebzigste Jahrwoche).

Das Endgericht

Die Genfer Studienbibel lehrt ein universales Endgericht. ãBei seiner Wiederkunft wird Jesus die Geschichte zu ihrem Ende bringen. Er wird die Toten auferwecken und die Welt richtenÒ (S. 1996). ãWenn Christus wiederkommt und die Geschichte vollendet sein wird, werden alle Menschen aller Zeiten zum Gericht auferweckt werden und ihren Platz vor dem Thron Christi einnehmenÒ (S. 1565). Frage: Wie sollen die Heiligen die Welt richten (1. Kor 6,2), wenn sie zusammen mit den UnglŠubigen gerichtet werden? Warum ist in 2. Petrus 3,7 nicht vom ãTag des Gerichts fŸr die gesamte MenschheitÒ die Rede? (2. Petrus 3,7 spricht vielmehr ausdrŸcklich von einem Tag, an dem die Gottlosen gerichtet werden.)

Was verstehen die Herausgeber der Studienbibel unter dem Gericht vor dem grossen weissen Thron? ãAmillenialisten und Postmillenialisten verstehen diesen Abschnitt allgemein so, dass [Offb 20,11-15] eine von vielen Stellen sei, die auf das universale Endgericht bei der Wiederkunft Jesu hinweisenÒ (S. 2156). Doch die Dispensationalisten haben erkannt, dass das Zweite Kommen des Herrn 1000 Jahre vor dem jŸngsten Gericht stattfinden wird (Offb 19).

Allgemeine Auferstehung

Auf Seite 2155 wird ein bemerkenswertes EingestŠndnis gemacht (Anm. zu Offb 20, 5 ff): ãWenn diese Auferstehung die leibliche Auferstehung ist, dann fŠllt sie mit der Wiederkunft Christi zusammen und die PrŠmillenialisten haben rechtÒ. Wie verstehen die Herausgeber der Studienbibel die erste Auferstehung? Sie sehen die erste Auferstehung als eine geistliche Auferstehung, die ãentweder mit der geistlichen Neugeburt oder mit dem Gang zu Christus beim leiblichen Tod des GlŠubigen zusammenfŠlltÒ (S. 2155). ãMit der âersten AuferstehungÔ ist dann entweder das Leben jener Christen gemeint, die gestorben sind und sich jetzt bei Jesus Christus im Himmel befinden, oder das neue Leben, das mit der geistlichen Wiedergeburt beginnt.Ò (S. 2125). FŸr eine vertiefte Auseinandersetzung mit den in der Bibel erwŠhnten Gerichten und mit der ersten und zweiten Auferstehung verweisen wir auf die englische Studie: ãShedding Light on DispensationsÒ

Harry Bultema (1884-1952) war Pastor der Reformierten Kirche in Iowa und Michigan. Er war ein reformatorischer Theologe, doch seine Studien der biblischen Prophetie fŸhrten ihn zu der Erkenntnis, dass die Bibel weder im Alten noch im Neuen Testament eine allgemeine Auferstehung lehrt. Er hat seine Erkenntnisse in ãMaranatha – A Study of Unfullfilled ProphecyÒ veršffentlicht. Dieses Buch wurde 1985 bei Kregel Publications neu aufgelegt (UrsprŸnglich war es auf HollŠndisch erschienen). Bultemas Werk geht tiefer ins Detail als die meisten Schriften, die Dispensationalisten zu diesem Thema verfasst haben, und ist daher sehr aufschlussreich.

Das TausendjŠhrige Reich

Die Verfasser der Genfer Studienbibel glauben nicht, dass Christus tatsŠchlich tausend Jahre auf dieser Erde regieren wird. Sie verstehen unter den tausend Jahren ãdie gesamte Epoche, die mit Christi Auferstehung begannÒ (S. 2125), also die Zeitspanne von der Auferstehung Christi bis zu seinem Zweiten Kommen. Das heisst, sie lehren, dass das TausendjŠhrige Reich dem gegenwŠrtigen Zeitalter entspricht und dass das Kšnigreich jetzt und hier ist. Weiter lehren sie, dass ãSatan durch den Triumph Christi in Kreuzigung und Auferstehung gebunden worden istÒ (S. 2125; siehe auch Anm. zu Kol 2,15). Es ist ja wirklich erstaunlich, was Satan in der gegenwŠrtigen Zeit noch alles fertigbringt, obwohl er gebunden ist! Zudem: Wenn Satan jetzt schon gebunden ist, wann wird er dann wieder losgelassen wer-den (Offb 20,7-9)? ErklŠrende ErlŠuterungen zu Offenbarung 20,7-9 fehlen in der Genfer Studienbibel. Dazu empfehle ich das Buch ãTausend Jahre FriedenÒ von Werner MŸcher. Es ist im Daniel-Verlag erschienen und beim CLKV (siehe vorne) erhŠltlich.

Der Hesekiel-Tempel

ãDer wiederhergestellte Tempel bei Ezechiel ist kein Bauplan, sondern eine Vision, welche die Reinheit und geistliche Kraft eines idealen Anbetungsplatzes und diejenigen, die dort anbeten, betont. Er ist nicht fŸr eine irdische, sichtbare ErfŸllung bestimmt, ...Ò (S. 1338). FŸr die Dispensationalisten gilt folgende Regel: ãWenn die wšrtliche Auslegung einer Stelle guten Sinn macht, darf kein anderer Sinn gesucht werden, damit nicht etwa noch Unsinn dabei herauskommt.Ò Die Reformatorische Theologie hingegen scheint, wie bereits am Beispiel des Hesekiel-Tempels illustriert, dieser Regel zu folgen: ãWenn die wšrtliche Auslegung einer Stelle der Reformatorischen Theologie widerspricht, muss ein anderer Sinn gesucht werden, damit die Dispensationalisten nicht etwa noch Recht bekommen.Ò Interessanterweise werden die Tieropfer, die in Hesekiel 43,18-25 beschrieben sind, in der Genfer Studienbibel Ÿberhaupt nicht kommentiert. Ein anderes Beispiel einer nicht-wšrtlichen Auslegung findet sich in der Anmerkung zu Offenbarung 11,3, wo die zwei Zeugen als ãtypologisch fŸr die HeiligenÒ (in der englischen Version sogar: Kirchen, nicht Individuen) gesehen werden. Die Frage, wie eine Kirche in ãSacktuch gekleidetÒ sein und wie man eine Kirche als ãLeicheÒ bezeichnen kann (Offb 11,3), wird nicht beantwortet. Siehe dazu unsere Studie: ãDo I Interpret The Bible Literally? Seven Tests To See If I Do.Ò Auf Deutsch empfehle ich den Vortrag ãDer Endzeit-Tempel nach Hesekiel 40-48Ò von Roger Liebi, erhŠltlich im CLKV.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die in dieser BroschŸre angegebenen englischen Texte finden Sie auf der Homepage:

www.middletownbiblechurch.org
respektive auf
www.middletownbiblechurch.org/reformed/reformed.html

 

Es ist geplant, davon nach und nach weitere Titel ins Deutsche zu Ÿbersetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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[1]      Das Licht kommt nicht aus der Reformation, sondern aus der Schrift (Psalm 119,105). Den Reformatoren ging so manches auf, weil sie sich dem Licht des Wortes Gottes aussetzten. Die Reformation war in verschiedener Hinsicht eine Bewegung ãzurŸck zur SchriftÒ. So sollte es auch heute immer wieder unser Bestreben sein, nicht zur Reformation, sondern zur Heiligen Schrift zurŸckzukehren. Siehe dazu auch Apostelgeschichte 17,11.

 

[2]      AnhŠnger der Lehre, nach der die Gemeinde vor der Wiederkunft des Herrn eine Ausweitung erfahren wird und die daher versuchen, eine Gesellschaft nach biblischen GrundsŠtzen aufzubauen.